1948 hielt er eine
Predigtreihe über „Das Geheimnis Mariens“, für
die er in ganz Wien durch Plakate warb und die
am 28. April ihren Abschluss in der
„Vollkommenen Hingabe an Jesus durch Maria“
fand. Im selben Jahr lernte Wessely die Legion
Mariens kennen und erkannte, dass sich deren
Ziele mit seinen Bemühungen deckten. Am 24.
Jänner 1949 erhielt er von Kardinal Theodor
Innitzer die Erlaubnis zur Gründung der Legion
in Österreich und wurde zum Geistlichen Leiter
des ersten Präsidiums der Legion Mariens
ernannt. Am 2. Februar wurde das erste Präsidium
in Wien gegründet, am 24. Juli die erste Curia
in Wien errichtet und mit der Ausbreitung der
Legion in den anderen Bundesländern Österreichs
begonnen. Im folgenden Jahr konnte die Curia zu
einem Senatus umgewandelt werden. Das erste
Senatustreffen fand am 25. Juli 1950 statt,
Wessely wurde Geistlicher Leiter.
Im Mai 1951 gründete der die
Legionszeitschrift Regina Legionis
(deutsch: Königin der Legion), für die er
in den folgenden Jahren einen Großteil der
Beiträge verfasste. Durch Briefe an die
katholischen Priester und durch mehrere Artikel
in theologischen Zeitschriften machte er die
Legion Mariens in Österreich bekannt. Ein
wichtiges Anliegen war ihm die religiöse
Fortbildung der Legionäre. Im Oktober 1951
errichtete er in Maria Sorg im Irenental bei
Untertullnerbach ein Exerzitienhaus. Am 16. Juli
1954 veranstaltete er einen Legionskongress im
Kloster Sacré-Coeur in Wien und nützte die
Wallfahrten nach Mariazell während des
Marianischen Jahres für eine verstärkte Werbung.
Ab 1954 wurde Wessely
zusätzlich Kirchenrektor für die Kirche am Hof
in Wien I. Ab 1955 gab er das Jahrbuch der
Mystischen Theologie heraus. Im selben Jahr
bekam er Kenntnis von zweifelhaften Praktiken
der Legionäre in anderen Ländern. Wessely teilte
diese Sorgen dem Gründer der Legion, Frank Duff,
mit. Ein mehrere Monate dauernder Briefwechsel
konnten Wesselys Zweifel zerstreuen. Er
unternahm in den folgenden Jahren weitere
Anstrengungen, die Legion auszubreiten. Im März
1960 erlitt er einen ersten Schlaganfall und
trat als Universitätsprofessor vorzeitig in den
Ruhestand.
Im Senatus der Legion
Mariens brach in diesem Jahr eine Diskussion
über die Methoden der Legion Mariens aus. Man
warf Wessely vor, dass er zu streng sei. Wessely
trat von seinem Amt als Geistlicher Leiter
zurück und Heribert Bastl wurde sein Nachfolger.
Ein Gesandter des Conciliums in Dublin
visitierte den Senatus in Wien und nach einer
Neuwahl der Senatusamtsträger wurde Wessely ab
1961 wieder Geistlicher Leiter.
Ab 1967 war es für Wessely
immer schwieriger, mit den Senatusamtsträgern
zusammenzuarbeiten. Er war daher ab 1969 fast
nur mehr als Geistlicher Leiter der Curien
außerhalb Wiens tätig. Aus gesundheitlichen
Gründen schlug er Hans Groër als neuen
Geistlichen Leiter des Senatus vor, die
Ernennung Groërs erfolgte 1970. Wessely blieb
weiterhin Redakteur der Regina Legionis. Ab
1969/70 gab er die Zeitschrift Unser Ziel -
Unser Weg heraus.
Er starb am 6. Dezember
1970 und wurde am 11. Dezember am Wiener
Zentralfriedhof in einem Priestergrab der
Erzdiözese Wien beigesetzt.